PIAAC-Studie: Ü55-jährige schlechter als U34-jährige

In Deutschland wurden 5.465 Personen getestet, wie gut sie lesen, rechnen und Computer nutzen können. Jüngere Erwachsene (25-34-jährige) sind in allen drei getesteten Bereichen besser als die Ü55-„Testkandidaten“.

Das ist auch im internationalen Vergleich so: Der Test lief parallel in rund 24 Ländern und mit insgesamt 166.000 repräsentativ ausgewählten Erwachsenen im Alter von 16 bis 65 Jahren.

Die Ergebnisse im Überblick (zitiert nach Spiegel-online)

  • Lesekompetenz: Beim Verstehen, Interpretieren und Bewerten von Texten erreichten die deutschen Teilnehmer leicht unterdurchschnittliche Werte und landeten auf Platz 15 von 23. Die höchste Kompetenzstufen (4 und 5) erzielten 10,7 Prozent der deutschen Testpersonen, der OECD-Schnitt liegt bei 11,8 Prozent. Auf Stufe 1 oder niedriger landen 17,5 Prozent der Menschen in Deutschland (OECD-Durchschnitt 15,5 Prozent). Diese Stufe entspricht laut OECD dem Niveau eines zehnjährigen Kindes: Die Befragten sind maximal in der Lage, kurze Texte mit einfachem Vokabular zu lesen und ihnen in stark begrenztem Maße Informationen zu entnehmen. Das beste Leseverständnis nach dieser Auswertung haben die Menschen in Japan und Finnland. Auf den letzten Plätzen landen Spanien und Italien.
  • Rechenkompetenz: Alltagsaufgaben, die mathematisches Verständnis erfordern, haben Deutsche etwas besser gelöst als die internationale Vergleichsgruppe: 14,2 Prozent erreichten in Deutschland die Stufen 4 und 5 (OECD: 12,5%). Aber auch in diesem Feld liegt jeder Sechste(18,5 Prozent der deutschen Testpersonen) auf absolut niedrigem Niveau (Stufe 1 oder niedriger): Über einfaches Zählen, Sortieren und die Verwendung der Grundrechenarten kommt diese Gruppe nicht hinaus (OECD-Durchschnitt auf der Stufe 1 oder niedriger: 19 Prozent). Die besten Ergebnisse erzielten auch hier Japan und Finnland, und Italien und Spanien landeten erneut auf den letzten Plätzen.
  • Problemlösekompetenz/Computerkompetenz: Alltagsfragen mit Hilfe des Computers und digitaler Technik zu lösen, bereitet vielen Menschen Schwierigkeiten. Ein hoher Anteil der Erwachsenenbevölkerung in Deutschland verfügt über geringe Kompetenzen bei der Beschaffung, Analyse und Übermittlung von Informationen mit Hilfe geläufiger Computeranwendungen. 11,6 Prozent der deutschen Testpersonen haben keinerlei Erfahrung mit Computern oder scheitern an grundlegenden Anforderungen – sie können zum Beispiel keine Maus bedienen. Die meisten können nur mit vertrauten Anwendungen umgehen. Lediglich ein Drittel (36 Prozent) der deutschen Erwachsenen schaffte komplexere Aufgaben, wie das Navigieren über Webseiten, das Scrollen und die eigenständige Problemlösung.

Kritisch ist die Aussage des Erziehungswissenschaftlers, Dieter Lenzen. Er bezweifelt, dass sich an den mangelnden Kompetenzen der Älteren noch etwas ändern könnte: „Die Fähigkeiten der älteren Erwachsenen werden sich jetzt nicht mehr ändern.“

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